Karfreitag

21 Mar 2019

Nein, dieser Tag passt nicht in unser Lebensgefühl.

Auch für uns Evangelische, für die dieser Tag ein besonderes Gewicht hat, ist er nicht leicht als „Feiertag“ zu erklären. Und noch schwerer ist er auszuhalten. Ein sterbender Mann am Kreuz, gefoltert, verkrümmt. Das geht doch nicht in unserer Gesellschaft, die strahlende Sieger sehen will. Wer soll denn das anschauen, wo doch der perfekte, makellose Körper gefragt ist.

Aber nicht nur wir heute haben ein Problem mit diesem Tag, mit dem, was an diesem Tag geschehen ist. Schon der Apostel Paulus schreibt, dass die Botschaft vom Kreuz, von dem Gott, der für uns stirbt, ein Skandal ist (1. Kor. 1, 23).

 

Das Kreuz stellt unser Leben in Frage – oder zumindest das, was wir nach außen hin von unserem Leben zeigen. Das Kreuz steht quer zu unseren hochfliegenden Träumen

 

, alles im Griff zu haben, alles zu schaffen. Es zeigt uns die Kehrseite unseres Lebens, die wir so gern ausblenden:Schuld, Tod, Verlust.

Hart und dunkel ragt es auf, wirft seinen Schatten auf unser Leben. Ja, wäre da nur unser Kreuz, wir würden zerbrechen. Aber der Karfreitag erzählt von dem, der für uns ans Kreuz gegangen ist. Selbst schuldlos hat er unsere Schuld getragen, hat unsere Dunkelheit ausgehalten und unseren Schmerz durchlitten.

Darum leuchtet Hoffnung auf – wie die Strahlen der Sonne am Ostermorgen. Hoffnung, dass Gott uns und unsere Welt nicht aufgibt.

Denn „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ - Joh. 3,16

 

 

/Pfarrerin Renate Moshammer /

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