Predigt - passend zur Faschingszeit!

21 Jan 2019

Ach, Gott, der muss doch gnädig sein.
Denn Rind und Widder, groß und klein,
wir bringen ´s dar ihm mit Gesang.
Darum ist uns auch gar nicht bang.
Gott ist bei uns mit seinem Segen.
Er wird ´s schon richten, wird sich regen.

 

Wir müssen uns nun nicht mehr müh´n,
weil Gott ja „lieb“ ist – denkt man kühn.
Wir wollen leben und genießen,
mit Partys uns die Zeit versüßen.
Wir feiern täglich, und das feste,  
am Tisch steht immer nur das Beste.

 

Wein, Weib, Gesang, das muss schon sein.
– Wir laden auch die Priester ein,
sind weltgewandt und jovial
und Gottes Liebkind allemal.


So haben es die hohen Herr´n 
– die Damen war´n der Macht noch fern –
Tag für Tag und Jahr für Jahr
vergnügt gehalten – ist doch klar.

 

Wer wird sich denn auch damit quälen,
wenn andre schuften in den Ställen,
wenn andre schwitzen auf den Feldern
und nichts bekommen von den Geldern,
die klirrend klingen in den Kassen
der reichen Herrn, die fröhlich prassen.

 

Doch eines Tages war er da:
Ein Mann vom Süden, unnahbar.
Amos aus Tekoa, ein Bauer.
Man merkt, er ist ein ganz ein Schlauer.
Verließ sein Dorf und seine Herden
um ein Prophet gar bald zu werden.

 

Der stellt sich hin, gleich vor den König,
was der nun hört gefällt ihm wenig.
Wo Amos predigt, geht es rund,
der nimmt kein Blatt vor seinen Mund,
Angst, Furcht und Rücksicht kennt er nicht,
er lacht den Gecken ins Gesicht.
Und laut und deutlich fährt er fort:
„Ich hab gehört des Herren Wort!“

 

Des Herren Wort hat er gehört.
Und Gott sagt, dass ihn manches stört,
was sich so tut im hohen Norden.
Man hört von Orgien und Morden.

 

Nein, sagt da Amos, das geht nicht.
Da kommt bald Gottes Strafgericht.
Denn nicht die Opfer, nicht die Lieder
machen die Menschen brav und bieder.
Es ist das Recht, das vor Gott gilt,
wenn es gar wie ein Brunnen quillt.

 

Nicht Reichtum macht den Maßstab aus,
nicht Einfluss, edles Elternhaus …
Nur das Gesetz, vor welchem Jedermann,
sein gutes Recht einfordern kann.

Das hat der Amos so gepredigt.
So hat ihn auch gehört der König.
Doch statt dass dieser sich besinnt
und Gottes Gnade neu gewinnt,
wirft er den Gottesmann hinaus,
aus Land und Stadt und aus dem Haus.

 

Nun mag man sagen, die Geschicht`
ist lange her, hat kaum Gewicht
für uns, die hier zusammenkommen
und Gottes Wort ins Herz genommen.

 

Wir sind doch brav.
      - Die andern sind die Bösen.
Wir sind doch hier.
     - Die Narren jetzt noch dösen.

 

Die grölen laut die Faschingslieder.
Wir singen sittsam: „Herr, komm wieder!“
Nein, uns trifft nicht des Amos´ Wüten,
das möge Gott doch wohl verhüten.

 

Allein, wenn ich ´s so recht bedenke,
schmieden auch Christen ihre Ränke
und oft genug mit fromm Gesicht.
Ich höre Amos, wie er spricht:

 

Der Glaub´ an Gott, der führt zur Tat,
der sorgt dafür, dass jeder hat,
das was er braucht und was ihm frommt,
damit nicht erst im Himmel kommt
die gute Zeit, das Paradies.
Gott Menschen an einander wies.

 

Die Zeit des Amos ist vorbei.
Vorbei so manche Barbarei,
die wir aus alten Zeiten kennen
und flott und cool „urpeinlich“ nennen.

Jedoch, es ist auch unser Leben
nicht frei von Schuld, von Sünde eben.
Auch wenn wir ´s gar nicht gerne hören,
wir können uns nicht selbst betören.

 

Darum ist ja Gott Mensch geworden,
hat durch den Tod uns Heil erworben.
Schmerzhaft, - nicht auf die schnelle Tour.
Und folgen wir nun seiner Spur,
so müssen wir uns eingestehen,
dass wir oft in die Irre gehen.

 

Und darum brauchen wir auch heute
manch große und auch kleine Leute,
die laut und deutlich es uns sagen
- und dabei auch manch Unbill wagen –
dass Gottes Wort auch hart sein kann,
dass es in Pflicht nimmt – Frau und Mann.

 

Wenn wir das hören mit dem Herzen
und nicht nur oberflächlich scherzen,
dann tragen wir zurecht den Namen
und heißen "Christen". Will's Gott. Amen

 

 

                                              / Renate Moshammer /

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