Jahreslosung 2019

17 Dec 2018

“Suche Frieden und jage ihm nach.” (Ps. 34, 15)

 

Suche Frieden – kann ich Frieden denn so einfach verlieren oder verlegen, wie den Autoschlüssel?

 

Suche Frieden – ja, wenn ich die Nachrichten aus aller Herrn Länder höre, sehe und lese, dann finde ich wenig bis gar keinen Frieden. Weder in den Nachrichten, noch in mir selbst, die ich aufgewühlt bin von dem, was sich um mich tut.

… und jage ihm nach.

 

Bilder tauchen in mir auf:
Großwildjäger in Afrika, zwischen sich auf einer Stange tragen sie einen erlegten Löwen.
Ein Comic in dem ein Mann eine Gelse jagt, aber die Gelse ist schneller, entwischt, wird zum Jäger und sticht den Mann.  

Suche Frieden und jage ihm nach.

 

Die Worte aus dem 34. Psalm werden dem König David zugeschrieben, als er auf der Flucht vor Saul in der Stadt Gat Schutz sucht. Friede findet er dort nicht, nur die Angst vor Auslieferung. Nein, an so einem politischen Flüchtling will man sich nicht die Finger verbrennen. Der einzige Ausweg für David ist, verrückt zu spielen. Da lässt man ihn gehen, er ist wieder unterwegs. David, der Gejagte, ist weiterhin auf der Suche nach Frieden. Mehr noch: Er sucht „Schalom“.

Dieses hebräische Wort bedeutet mehr als die Abwesenheit von Streit und Krieg. Es beinhaltet auch nicht die faulen Kompromisse, die doch so oft unser Tun bestimmen. Das Zustimmen um jeden Preis, „um des lieben Friedens willen“, löst uns nicht aus dem Geflecht der Macht, dem Ungleichgewicht von Oben und Unten, Arm und Reich, Freund und Feind.

Schalom ist Gottes Versprechen an uns, seine Einladung zu einem gelingenden Leben. Im Schalom wird unsere Sehnsucht erfüllt, mit uns selbst, unserer Umwelt und Gott in Harmonie leben zu können.

 

Suche Frieden und jage ihm nach. Es lohnt sich, sich auf diese Suche zu machen. Gerne möchte ich diese Suche mit Ihnen gemeinsam aufnehmen. Immer wieder und jeden Tag neu, in einem steten Bemühen. Im Jahr 2019 genauso wie in den Jahren, die noch kommen. In den Familien, in der Nachbarschaft und in der Gemeinde genauso wie im Staat und in der Welt. Eines sollen wir aber dabei nicht vergessen: Wir können Frieden suchen, wir können für Frieden arbeiten, wir können unsere Kraft, unsere Ideen und unsere Gebete einsetzen, wir können ihm Raum schaffen. „Machen“ können wir ihn nicht. Denn Friede, Schalom, kommt von außen. Er ist Gottes Geschenk an uns. Ein Geschenk, dass uns in allem Unfrieden, mit dem wir immer wieder konfrontiert sind, doch zugesagt ist.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen Gottes Frieden im Jahr 2019!

 

Ihre Renate Moshammer
Pfarrerin in Wolfsberg und Administratorin der Pfarrgemeinde Althofen

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