Datenschutz und Bekenntnis

13 Dec 2018

Sie ist in aller Munde. Die DSGVO, die „Datenschutzgrundverordnung“.

Und alle evangelischen Pfarrgemeinden haben die notwendigen Maßnahmen ergriffen, um personenbezogene Daten dem Gesetz entsprechend zu schützen. Das ist gut und richtig so. Und es ist nicht besonders schwierig.
Die personenbezogenen Daten aller Mitglieder unserer evangelischen Kirche sind in einem zentralen EDV-System („EGON“ = „Die evangelischen Gemeindedaten online“) gespeichert. Keine Daten auf separaten Listen und Dateien irgendwo auf den PCs in den Pfarrämtern. Alles zentral, gesichert, mit Passwörtern und strengen Zugriffsregeln geschützt, von IT-Experten überwacht.....

 

Es muss sich also niemand Sorgen machen.

 

Oder doch?

 

Nein, um den Datenschutz wohl nicht. Was aber ist mit dem „öffentlichen Bekenntnis“?

 

Das Thema „Datenschutz“ erweckt manchmal den Eindruck, als wäre der Glaube „Privatsache“.

Juristisch ist er das auch, und entsprechend vorsichtig gehen Kirche und Gemeinden mit allen Daten um.

Wie ist das Thema jedoch vom Standpunkt des Glaubens und des Evangeliums zu betrachten?

Die Christen haben von den Anfängen der ersten Gemeinden über die Zeit der Gegenreformation bis in die Gegenwart immer darum gekämpft, ihren Glauben „öffentlich“ bekennen zu dürfen. Vielen Märtyrern wäre ihr Schicksal erspart geblieben, wenn sie sich mit einem gemütlichen „Privatchristentum“ begnügt hätten.

Die Protestanten haben verbissen darum gerungen, dass aus dem „Geheimprotestantismus“ wieder eine öffentlich anerkannte Kirche werden konnte.

 

Die Verantwortung für die Welt verbietet es geradezu, sich mit einem privaten, geheimen, nicht-öffentlichen Glauben zu begnügen.

Sagt uns Jesus nicht, dass wir „eine Stadt auf dem Berge“ sein sollten, die niemand übersehen kann?

Haben wir nicht den Auftrag, „Licht und Salz“ zu sein?

 

Diese Pflicht zur Öffentlichkeit hat nichts mit dem Datenschutz zu tun. Sie ist schlichtweg ein Auftrag an alle Christen, die nicht wollen, dass der Glaube in den Sümpfen des privaten Wohlergehens versickert.  In der evangelischen Pfarrgemeinde Velden habe ich im Zuge eines DSGVO-Audits folgenden treffenden Satz gehört:

Wir sprechen doch vom „Glaubensbekenntnis“ und nicht vom „Glaubensgeheimnis“!

 

Der Datenschutz ist wichtig und wird in unserer Kirche sehr ernst genommen.

Das öffentliche Bekenntnis des Glaubens und der Zugehörigkeit zu unserer Kirche ist noch viel wichtiger: es kann aber nur durch jeden einzelnen evangelischen Christen umgesetzt werden.

 

Daher der Aufruf an alle Mitglieder unserer Kirche und Gemeinde: Begnügen wir uns nicht damit, evangelisch zu sein, - bewähren wir uns doch als „öffentlich evangelische Christen“!

Please reload

KONTAKT   |   IMPRESSUM   |   DATENSCHUTZ   |   PARTNER