2018 - ein Jahr voller interessanter Rückblicke

15 Jan 2018

 

2017 – das Jahr des Reformationsjubiläums – liegt hinter uns.

 

Aber auch das Jahr 2018 bietet uns einige bedenkenswerte Rückblicke:

 

Vor 170 Jahren bescherte das 1848 den europäischen Staaten einige Revolutionen, deren Wurzeln sehr vielfältig waren. Hungerkrisen, soziale, ökonomische Krisen und Ungerechtigkeiten, das Verlangen der Bürger nach Mitbestimmung und Demokratie sowie nationale Unabhängigkeitsbestrebungen führten zu Unruhen und entsprechend gewalttätigen Auseinandersetzungen.

 

In Österreich fällt uns zu diesen Ereignissen wahrscheinlich der Name „Radetzky“ ein, dem berühmten Feldherrn der Gegenrevolution.

 

Vor hundert Jahren – also 1918 – wurde am 12. November nach dem Zusammenbruch der Monarchie die Republik Österreich ausgerufen. Im kollektiven Gedächtnis verankert ist im Zusammenhang mit diesem Ereignis vor allem der Name des Staatskanzlers Karl Renner.

 

Der ersten Republik waren nur 20 Jahre vergönnt – dann erfolgte 1938 – also vor 80 Jahren – der Anschluss an das von den Nationalsozialisten beherrschte Deutschland.

 

1948 - vor 70 Jahren - wurden am 10. Dezember 1948 die Menschenrechtserklärung der UN-Generalversammlung verabschiedet.

 

Das Jahr 1968 war international von Studentenrevolutionen geprägt. In Österreich äußerte sich diese Revolution – so der Historiker Fritz Keller – als „Mai-Lüfterl“.

 

Eine kurze Zusammenfassung über diese Jubiläumsjahre bietet: https://www.oesterreich100.at/

 

Ein Mann, der bei den Revolutionen 1968 auch eine Rolle spielte, war zu dieser Zeit bereits lange verstorben:

Karl Marx, der mit Werken wie das „Manifest der Kommunistischen Partei“ (gemeinsam mit Friedrich Engels) und „Das Kapital – Kritik der politischen Ökonomie“ die Weltgeschichte sehr stark beeinflusst hatte, wurde am 5. Mai 1818 – also vor 200 Jahren geboren.

 

Vor 70 Jahren, am 14. Mai 1948 wurde der Staat Israel gegründet.
Es ist natürlich nicht die Aufgabe einer Evangelischen Pfarrgemeinde, die aktuelle Politik Israels in der Gegenwart zu beurteilen oder zu werten. Es ist aber unsere Pflicht auf eine im Blick auf das Volk der Juden markante Bibelstelle hinzuweisen, die uns Christen selbstverständlich auch heute noch betrifft. Gott spricht zu Abraham im ersten Buch Mose, Kapitel 12: „Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.“

 

Es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, wenn wir nun versuchen wollten, allen Jubiläen dieses Jahres 2018 eine umfassende Beurteilung und Bewertung zukommen zu lassen. Dies wird sicherlich auch von kirchlicher Seite im Laufe des Jahres 2018 ausgiebig erfolgen.

 

Als Christen sollten wir uns aber gerade angesichts dieser geschichtlich so markanten Ereignisse bewusstwerden, dass wir Verantwortung tragen. Verantwortung nicht nur für unser persönliches Heil und das Glaubensleben in unseren Familien und Gemeinden, sondern auch eine Verantwortung für die Geschichte. Damit soll keinesfalls einer politischen Betätigung der Kirchen das Wort geredet werden. In funktionierenden Demokratien gibt es dafür ausreichend Institutionen, die dies viel besser bewerkstelligen können. Wir haben aber von unserem Erlöser Jesus Christus unmissverständlich den Auftrag erhalten, „Licht und Salz“ zu sein. Dieser Auftrag endet nicht am Ausgang unserer Kirchen, - er beginnt dort. Wenn sich Christen ihrer weltlichen Verantwortung in Staat, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft nicht stellen, übertragen wir die Verantwortung für die geschichtlichen Entwicklungen anderen geistlichen Strömungen. Ein Christentum, das aufhört, missionarisch zu sein, überlässt nicht nur den Bereich des Glaubens, der Religion anderen Mächten, sondern auch das Wohlergehen der Gesellschaft und die Richtung, in die sich diese entwickelt. Die Geschichte ist nicht nur voll von Zeugnissen des positiven Wirkens der Christen, es ist auch voll von Zeugnissen des Versagens der Christen. Als christliche Gemeinde oder Kirche sind wir keine „Insel der Seligen“ sondern Bestandteil dieser Welt. Wir bilden mit dieser Welt – was die Weltgeschichte und auch die Geschichte unserer Staaten und Nationen betrifft – eine „Schicksalsgemeinschaft“. Je glaubwürdiger und sichtbarer unser christliches Zeugnis ist, umso segensreicher werden wir auch die Geschichte beeinflussen. Je mehr wir uns in ein privates Christentum zurückziehen, umso rascher werden die Spuren des christlichen Glaubens in dieser Welt von einem zunehmend unchristlichen Zeitgeist verweht.

 

Unsere Kinder und Enkel haben ein Recht darauf, dass sie in der Geschichte die Spuren derer deutlichen erkennen dürfen, die unserem Herrn Jesus Christus weithin sicht- und hörbar nachgefolgt sind.

 

Am Schluss noch ein Hinweis auf zwei weitere Jubiläen in diesem Jahr 2018: Vor 80 Jahren, am 23. September 1938 wurde Romy Schneider geboren. Sie verkörperte „Sissi“, also die tragische Kaiserin Elisabeth, die vor 120 Jahren, am 10. Dezember 1898 in Genf ermordet worden ist.

 

 

 

 

 

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