Gemeindevertreterwahlen 2018

13 Mar 2018

 

Unsere Evangelische Kirche in Österreich hat eine „Verfassung“. Die Präambel zu unserer Kirchenverfassung beginnt mit den Worten: "Die Evangelische Kirche Augsburgischen und Helvetischen Bekenntnisses in Österreich steht in der Einheit mit der Einen heiligen christlichen Kirche. Sie bekennt sich zu dem Dreieinigen Gott, gründet sich auf das in der ganzen Heiligen Schrift bezeugte Evangelium von Jesus Christus und gehorcht dem Auftrag ihres Herrn, das Evangelium lauter zu predigen und die Sakramente dem göttlichen Wort gemäß zu verwalten."

 

Die Kirchenverfassung regelt auch die Ordnung unserer Kirche. Die evangelischen Kirchen leben mit einer presbyterial-synodalen Kirchenverfassung. Unsere Kirche ist nicht hierarchisch von „oben nach unten“, sondern demokratisch von „unten nach oben“ strukturiert.


Daher kommt der Gemeindevertretung – gewissermaßen das „Parlament“ der Gemeinde – und dem aus den Reihen der Gemeindevertreter gewählten Presbyterium (die „Regierung“ der Gemeinde) eine besondere Bedeutung zu.
Auch auf der Ebene der Diözese wird gewählt: die Superintendentialversammlung („Parlament“) wird durch Vertreter aus den Gemeinden zusammengesetzt, der Superintendentialausschuss („Regierung“) aus den Reihen der Versammlung gewählt. Auf gesamtkirchlicher Ebene ist es die Synode („Parlament“) bzw. das Kirchenpresbyterium („Regierung“) die auch wiederum demokratisch legitimiert für die Leitung der Kirche zuständig sind. Die oberste Verwaltung der Kirche, die für die Umsetzung der Beschlüsse aus den Synoden bzw. des Kirchenpresbyteriums zuständig ist, obliegt dem durch die Synode gewählten Oberkirchenrat. 

 

Das klingt alles sehr kompliziert und ist doch extrem bedeutsam. Denn nur durch diese kirchenrechtlich festgelegten Strukturen ist sichergestellt, dass unsere kirchlichen Vertretungskörper durch die wahlberechtigten Mitglieder unserer Kirche gewählt und dadurch diesen auch in besonderer Weise verpflichtet sind.

 

Die „Von-unten-nach-oben“-Struktur unserer Kirche beginnt also in der Gemeindevertretung.

 

2018 werden die Gemeindevertretungen in unserer Kirche neu gewählt.

 

Aus den kirchenrechtlichen Bestimmungen ergeben sich folgende grundlegende Aspekte:

  • Gewählt wird im Zeitraum 1. April 2018 bis 29. April 2018
    In unserem Gemeindegebiet werden wir folgende Wahltermine (jeweils nach dem Gottesdienst) anbieten: Weitensfeld: 1. April (Ostersonntag), Friesach: 08. April, Althofen: 15. April, Hüttenberg: 22. April. Die Stimmabgabe wird für jedes wahlberechtigte Gemeindeglied in jeder beliebigen Predigtstation möglich sein. Es besteht auch die Möglichkeit der Briefwahl.
     

  • Gewählt werden 25 Gemeindevertreter, und aus den Reihen der Gemeindevertretung 8 Presbyter
     

  • Aktiv wahlberechtigt ist jedes konfirmierte Mitglied unserer Pfarrgemeinde ab Vollendung des 14. Lebensjahres. Wer evangelisch ist, jedoch nicht konfirmiert, muss das 18. Lebensjahr vollendet haben.
     

  • Um passiv wahlberechtigt zu sein (um also gewählt werden zu können) muss man das 18. Lebensjahr vollendet haben, konfirmiert sein und den Kirchenbeitrag bezahlt haben.
     

  • Das Wählerverzeichnis wird 6 Wochen vor der Wahl im Pfarramt aufliegen.
     

  • Bis 4 Wochen vor der Wahl muss der Wahlvorschlag mit der schriftlichen Zustimmung der Kandidaten für die Wahl im Pfarramt aufliegen.
     

  • Bis spätestens eine Woche vor der Wahl werden alle wahlberechtigten Gemeindeglieder schriftlich zur Wahl eingeladen.
     

  • Ein Stimmzettel ist gültig, wenn höchstens so viele Kandidatinnen und Kandidaten gewählt werden, als Plätze zu besetzen sind; oder weniger Kandidatinnen und Kandidaten gekennzeichnet sind, als Plätze zu besetzen sind.
     

  • Die Angelobung der neuen Gemeindevertretung wird voraussichtlich am 06. Mai 2018 im Rahmen des Gottesdienstes in Althofen stattfinden. Direkt im Anschluss an die Angelobung ist die konstituierende Sitzung der Gemeindevertretung und die Wahl des Presbyteriums vorgesehen.
     

Der lt. Kirchenrecht vom Presbyterium zu erstellende Wahlvorschlag findet sich hier: Wahlvorschlag

 

Die erste Frage – warum man überhaupt zur Wahl gehen sollte – lässt sich relativ einfach beantworten. Wer nicht wählt, verzichtet bewusst auf ein demokratisches Recht innerhalb unserer Kirche. Jede Demokratie – auch die kirchliche Demokratie – braucht Menschen, die diese Demokratie am Leben erhalten, indem sie wählen gehen. Für die, die gewählt werden, ist es nicht egal, ob sie aufgrund einer hohen oder extrem niedrigen Wahlbeteiligung gewählt wurden.

 

Die zweite Frage – warum man sich selbst für das Amt eines Gemeindevertreters und vielleicht auch Presbyters zur Verfügung stellen sollte, ist nicht mehr so einfach zu beantworten. Wer dieses Amt ernst nimmt, opfert einiges an Zeit, um mitzuhelfen, dass die Gemeinde eine Zukunft hat. Außenstehenden mag es nicht bewusst auffallen, aber die Liste der Aktivitäten, die in einer Gemeinde wahrzunehmen sind, ist sehr lang:

 

  • Das geistliche Leben ist nicht nur eine Aufgabe des Pfarrers. Wir brauchen Lektoren, Menschen, die sich um Bibelkreise und Lobpreisabende kümmern, Gottesdienste müssen vorbereitet und gestaltet werden, und auch die Seelsorge ist nicht nur ein Thema für den geistlichen Amtsträger.
     

  • Die Infrastruktur ist aufrecht zu erhalten. Dazu gehört die Arealpflege ebenso, wie die Wartung von Gebäuden und Einrichtungen, die EDV, die Organisation der Gustav-Adolf-Sammlung, die Beachtung der Betriebskosten, der Reinigungs-dienst, und alle Fragen, die mit den Finanzen im Zusammenhang stehen.
     

  • Ein besonders wichtiges Thema ist die Kinder- und Jugendarbeit. Vom Kindergottesdienst über einen Kinderkreis, die Jungschar bis zum Teenietreffen und die Konfirmandenarbeit gibt es viele Aspekte, die wir aktuell gar nicht in ausreichendem Maß wahrnehmen können.
     

  • Bildungswerk und Kommunikation: Gemeindebriefe schreiben sich nicht von selbst, und auch unsere Homepage muss regelmäßig aktualisiert werden. Als evangelische Christen haben wir (ganz in der Tradition Martin Luthers) natürlich auch einen Bildungsauftrag. Wir sind in einer Kirche eingebettet, die Körperschaft öffentlichen Rechts ist. Auch daraus ergeben sich vielfältige Aufgaben, was die Kommunikation und Zusammenarbeit mit der Diözese, der Gesamtkirche, den Schulen, Behörden und den politischen Verantwortungsträgern betrifft.
     

  • Ohne Frauenkreis und Basar ist unsere Gemeinde nicht nur nicht denkbar, sie würde in der vorliegenden Form mit drei Kirchengebäuden auch gar nicht existieren.
     

  • Aufgabe einer Kirche ist nicht nur die Gestaltung von Gottesdiensten, sowie Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen. Ein sehr wichtiges Thema ist die Diakonie. Besuchsdienste und die Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen und vor allem notleidender Familien ist ein zentraler Dienst innerhalb unserer Kirche.
     

  • Um all diese Aspekte auch nur einigermaßen ausreichend wahrnehmen zu können, brauchen wir mehr als einen Pfarrer. Wir brauchen ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bereit sind, mitzuverantworten, mitzuentscheiden und mitzuarbeiten. Am besten funktioniert eine Gemeinde, wenn „viele wenig tun“. Gemeint ist mit dieser Bemerkung der Wunsch, dass die Aufgaben der Gemeinde nicht auf die Schultern einiger weniger, sondern auf möglichst viele ehrenamtliche Mitarbeiter verteilt werden. Nur so können wir ein berechtigtes „Stöhnen“ unter den Lasten vermeiden und ein fröhliches Miteinander im Aufblick auf unseren Heiland und Erlöser bewirken.

 

Es ist unserer Gemeinde auch im Blick auf die nachfolgenden Generationen zu wünschen, dass sich möglichst viele Gemeindeglieder bereit erklären, im Rahmen der Gemeindevertretung aktiv an der Zukunft unserer Gemeinde mitzuarbeiten.

 

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