Quelle des lebendigen Wassers

28 Nov 2017

 

Kennen Sie dieses Gefühl? Bei einer Bergwanderung im Hochsommer kommt man bei einer frischen, kühlen Quelle vorbei. Man kann seine Arme abkühlen sowie einen belebenden Schluck trinken, so neue Kraft und Energie für den weiteren Weg gewinnen. Bis heute sehr beliebt sind die Kneippwanderwege, die auf mehreren Stationen das Auftanken ermöglichen – Wellness für Körper und Geist, wie es in der heutigen Zeit bezeichnet wird.

Auch die Jahreslosung 2018 aus der Bibel spricht von einer Quelle. So steht im letzten Buch der Bibel, in der Johannesoffenbarung:  Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. (Johannesoffenbarung 21,6)   

Es fällt hier in Österreich nicht schwer, sich eine erfrischende Wasserquelle vorzustellen, denn wir sind mit genügend Wasser gesegnet. Zwar trocknen auch im „Land am Strome“ gelegentlich Bäche aus und es kommt wegen länger anhaltender Trockenheit zu Ernteausfällen, doch die Gefahr einer großen Wassernot, die eine längere humanitäre Krise auslösen würde, scheint gering.

Anders schaut es da schon in den wüstenreichen Ländern dieser Erde aus. Die Bilder aus dem Fernsehen, wo sich die Bewohner täglich über Stunden für frisches Wasser anstellen müssen, sind bekannt. Wasser ist lebensnotwendig, gehört zu den grundlegendsten Bedürfnissen eines jeden Menschen. So wird das Wasser, das uns eigentlich immer umgibt, zum wichtigsten Rohstoff dieser Erde.

Auch die Jahreslosung nimmt in ihrer mächtigen Bildsprache das „Blaue Gold“ auf. Jeder von uns kann nachvollziehen, was es heißt, durstig zu sein. Dieser Durst im Bibelvers geht jedoch über das bloße Grundbedürfnis hinaus. Bei Gott liegt der Ursprung allen Lebens, von ihm kommt, was uns erst so richtig beflügelt und motiviert. Das „lebendige Wasser“ ist so unser Lebensmotor, der den Impuls für Körper und Geist gibt - der Durst danach scheint endlos zu sein. Was aber ist, wenn uns dieses Wasser nicht mehr zur Verfügung steht, wenn sich nur mehr eine Wüstenlandschaft zeigt und wir durstig zurückbleiben?

Hier gibt uns der Spruch, der uns durchs neue (Kirchen)Jahr begleiten soll, Mut. An Gott kann man sich immer wenden, er geizt nicht mit dem lebendigen Wasser, sondern verteilt es umsonst. Seine Quelle ist wie erfrischendes Bergwasser, das jedem zur Verfügung steht.  In der heutigen Zeit, in der nichts mehr gratis scheint, ein wirklich gutes Gefühl. Kein Leistungsdruck, keine Vorbedingungen – man kann sich immer an Gott und an seine Quelle wenden. Die Frage ist nur, was machen wir daraus? Wie gehen wir damit um?

 

Es grüßt Sie herzlich Ihr Pfarrer, Gregor Schmoly.

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