Stellungnahme des Presbyteriums zur aktuellen Flüchtlingsproblematik

3 Nov 2015

 

Die Flüchtlingsproblematik bildet in der jüngsten Vergangenheit ein beherrschendes Thema in den Medien. Nachdem auch in Althofen Flüchtlinge in Zelten untergebracht worden sind, möchten wir diesen Anlass nützen, um als Presbyterium einige Aspekte der Flüchtlingsproblematik besonders hervorheben.

 

Die Pflicht zur Hilfe: Menschen, die vor Verfolgung und Terror fliehen, haben ein Recht auf Asyl und auf Hilfe. Dies entspricht nicht nur der Genfer Flüchtlingskonvention (1954) und dem österreichischen Asylgesetz (2005) sondern auch den Grundsätzen einer christlichen Ethik. Gerade in der Geschichte der österreichischen Protestanten bilden „Flucht und Vertreibung“ ein sehr trauriges Kapitel. Daher können und dürfen wir uns dem Elend anderer Menschen nicht verschließen. Als Presbyterium danken wir allen Menschen, die sich in den letzten Wochen aktiv an der Hilfe für Flüchtlinge beteiligt haben.
 

Die Pflicht zur Wahrheit: Angesichts des Flüchtlingselends sind aktuell sowohl die Medien als auch Politik und Kirchen versucht, in der Beurteilung der Ursachen und in der Einschätzung der Folgen des Flüchtlingsstroms die Wahrheit zugunsten der political correctness aufzugeben. Es ist heute erlaubt, den USA mit ihrer (angeblich oder tatsächlich) verfehlten Nahostpolitik und dem militärischen Engagement in dieser Region die Schuld an der Misere zu geben. Es ist jedoch nicht erwünscht, den Islam als Hauptursache des aktuellen Elends beim Namen zu nennen. Obwohl die geistlichen Grundlagen des Islam eine andere Sprache sprechen, wird in Europa am Märchen vom grundsätzlich friedlichen Islam festgehalten. Das ist sowohl historisch als auch religionswissenschaftlich ein Unsinn.
Aus den vielen besorgniserregenden Aspekten der Rolle der islamischen Welt wählen wir zur Veranschaulichung nur einen heraus: Saudi-Arabien hat sich gegen Flüchtlinge konsequent abgeschottet, möchte aber einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen vom 08.09.2015 zufolge, für die syrischen Flüchtlinge in Deutschland 200 Moscheen errichten. Eine etwas zynische Bemerkung dazu: Wer das demokratie- und menschenfreundliche Regime in Riad kennt, darf wohl auch sicher sein, dass in diesen Moscheen der demokratie- und menschenfreundliche und selbstredend friedliche Islam gepredigt wird. Diese islamistische Diktatur fördert den Terrorismus und die Verbreitung des Islam im Westen, öffnet seine Grenzen jedoch nicht für die unter dem Terror leidenden Flüchtlinge.
 

Die Pflicht zur Verantwortung: Wir haben eine Verantwortung für die Flüchtlinge.
Unter ihnen sind vermutlich auch Christen (10% der in Syrien lebenden Menschen sind Christen,  1920 waren es noch 30%). In diesem Zusammenhang sei an das Wort aus Galater 6,10 erinnert: „…. so lasset uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen“. Dieses Wort dürfen wir auch in der Flüchtlingshilfe nicht vergessen.
Wir haben auch eine Verantwortung für unser Land und hier vor allem für die kommenden Generationen. Es ist eine Illusion zu glauben, dass sich all die muslimischen Flüchtlinge, denen jetzt zu Recht Asyl gewährt wird, freudig integrieren, allen Aspekten des Islam, die mit Demokratie, Menschenrechten, Religions-, Gewissens- und Meinungsfreiheit nicht kompatibel sind, den Rücken kehren und unsere Gesellschaft gewissermaßen bereichern werden. Europa wird durch den aktuellen Flüchtlingsstrom ein Stück weit „islamistischer“, mit langfristig entsprechenden Auswirkungen auf Politik, Kultur, Bildung und Religion.
 

Die Pflicht zum Handeln: Aus den oben erwähnten Überlegungen ergibt sich aus unserer Sicht eine klare Aufforderung zum Handeln. Europa darf dem Islam arabischer Prägung keinen Nährboden bieten. Es ist nicht unsere Aufgabe, in die Politik mit konkreten Vorschlägen einzugreifen. Es ist aber unser Recht und unsere Pflicht, die Politik daran zu erinnern, dass Europa unter keinen Umständen in die Richtung einer islamistisch geprägten Gesellschaftsordnung umgestaltet werden darf.
Die Politik hat kein Recht, entsprechenden Tendenzen passiv zuzusehen, sie hat vielmehr die Pflicht, solchen Entwicklungen von Beginn an klar entgegenzutreten. Eine in dieser Hinsicht konsequente Haltung sind wir vor allem unseren Kindern und Enkeln gegenüber schuldig
 

Die Pflicht zur Mission: Viele Christen helfen in diesen Tagen vorbildlich bei der Versorgung der Flüchtlinge. Es ist höchst bedauerlich, dass über dieses Engagement eine der Kernaufgaben der christlichen Gemeinschaften vergessen wird, nämlich die Umsetzung des Missionsbefehls nach Matthäus 28: „Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“. Wir müssen nicht hinausgehen, die Flüchtlinge kommen zu uns. Es ist unchristlich, sie mit Essen, Trinken, Kleidung und einem Dach über den Kopf zu versorgen, und ihnen gleichzeitig das Kostbarste, was wir zu verschenken haben, nämlich das Evangelium von Jesus Christus, vorzuenthalten. 

 

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