Kirchenbeitrag

 

Das Thema "Kirchenbeitrag" ist ein echter Dauerbrenner. Fast jeder ärgert sich über die jährliche Vorschreibung die überpünktlich bereits am Anfang des Jahres zugeschickt wird.

Am häufigsten werden wir in den Diskussionen mit Menschen, die sich über den Kirchenbeitrag aufregen, mit folgenden Argumenten überhäuft:

"Ich brauche das ganze Jahr über keinen Pfarrer, ich gehe nie in die Kirche, und wenn eine Taufe, eine Hochzeit oder eine Beerdigung ansteht, muss ich noch extra bezahlen!"

Verständliche, nachvollziehbare und auf den ersten Blick nicht von der Hand zu weisende Aussagen, die trotzdem am Kern des Problems vorbeigehen. Der Kirchenbeitrag ist keine Bezahlung für individuelle Dienste, die sie gewissermaßen von der Kirche "kaufen". Mit dem Kirchenbeitrag wird die Kirche als Körperschaft des öffentlichen Rechts erhalten. Mit dem Kirchenbeitrag helfen sie, dass das Christentum sich in Österreich nicht "abmeldet". Auch wer selbst kaum kirchliche Dienste in Anspruch nimmt, und die Gottesdienste (leider) nicht besucht, sollte ein starkes Interesse daran haben, dass christliche Werte und Traditionen im Staat, in der Gesellschaft und der Kultur nicht ausgelöscht werden. Es ist nicht egal, ob der christliche Glaube in unserem Land eine Stimme hat, gehört, gesehen und erlebt wird oder nicht. Es ist vor allem für die nächsten Generationen sehr bedeutsam, ob die Stimmen des Atheismus, des Islam oder der Esoterik in unserem Land lauter sind als die Stimme des Evangeliums. Das Wort Gottes hat über Jahrhunderte unser Land mitgeprägt (und ist sehr oft leider auch missbräuchlich verwendet worden). Wenn die Kirchen stimmlos werden, entsteht ein geistliches Vakuum, dass sofort gefüllt wird. Und die unchristlichen Stimmen und Kräfte, die den Platz der Religionslehrer, Pfarrer, Prediger, der ehrenamtlichen Mitarbeiter einnehmen, werden eine Lehre verkündigen und eine Kultur prägen, die sich auch der kirchenfernste Kritiker der notwendigen Kirchenbeiträge ganz bestimmt nicht wünscht.

Daher unsere Bitte an alle Kirchenbeitragspflichtigen: - denken Sie bei der Vorschreibung nicht nur an sich, sondern auch an Ihre Verantwortung für unser Land, unsere Kultur und die kommenden Generationen. Ein kleiner Tip: die Bezahlung des Kirchenbeitrages fällt emotional viel leichter, wenn man auch mal die Gottesdienste besucht und sich an der Gemeinschaft in unseren schönen Räumlichkeiten erfreut.

Die Berechnung unseres Kirchenbeitrages ist nachvollziehbar und auch auf jeden Kirchenbeitragsbescheid angedruckt.
Bei der Evangelischen Kirche werden 1,5 Prozent des steuerpflichtigen Einkommens als Kirchenbeitrag geltend gemacht. Von dieser Summe werden immer 44 Euro abgezogen.
Zusätzlich kann noch eine "Gemeindeumlage" bis zu 25 Prozent von diesem Kirchenbeitrag eingehoben werden, die direkt an die Pfarrgemeinde gehen. Als Freibeträge zu der Bemessungsgrundlage können 1.000 Euro für Alleinverdiener und 1.450 Euro pro Kind geltend gemacht werden.

Wer eine Orientierungshilfe benötigt kann auch den angeführten KB-Onlinerechner ausprobieren. - Sie werden mit hoher Wahrscheinlichkeit feststellen, dass sie zu wenig bezahlen  :-)

http://www.evang.st/KBOnlinerechner

 

 
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