
Gajus Ignazius Pharisäus von Frommenstein (Benjamin Rießer): dieser Name war Programm beim diesjährigen Jugendgottesdienst in der Christuskirche Althofen.
Alles hatte so vielversprechend begonnen. Der EC-Chor war aus Seeboden angereist und begeisterte die Besucher, die diesmal - halleluja! - so zahlreich erschienen waren, dass wir auch die Empore in unserer Kirche öffnen mussten. Junge Leute, die mit Schwung, Begeisterung und tollen Rhythmen musikalisch Gott an diesem Abend lobten und mit ihrem fröhlichen Glauben die Gottesdienstbesucher sichtlich "ansteckten". Und dann kam Gajus Ignazius Pharisäus von Frommenstein, stellte sich, geschniegelt und gestylt wie ein abgehobener Wall-Street-Banker, auf die Kanzel und erklärte drei jungen, im Glauben noch sehr unsicheren Christen (Immanuel Schelander, Lydia Rießer, Mirjam Rießer), die "frohe Botschaft". Der "schmale Weg" dargestellt in einem dünnen Seil, die geistliche Ausrüstung eines Christen reduziert auf Schlagworte und aufgehängt auf eine Balancestange. Und dann die Aufforderung, mit dieser Balancestange über das Seil zu gehen und darauf zu achten, sich nur ja keinen Fehltritt zu erlauben. Und schließlich noch ermunternde aus jedem Zusammenhang gerissene Bibelzitate wie: ".... der Teufel geht umher wie ein brüllender Löwe....." oder "...Viele sind berufen aber nur wenige sind auserwählt...."...... Den drei jungen Christen war sehr schnell klar, dass sie diesen Balanceakt des Glaubens niemals schaffen würden. Sie berieten sich kurz und trafen dann die einzig richtige Entscheidung: einander festhaltend blickten sie auf das Kreuz und starteten ihren Glaubensweg mit dem fröhlichen Satz: ".... und jetzt schauen wir gemeinsam auf Christus und... los gehts!". Gegen den entsetzten Protest von Gajus Ignazius Pharisäus von Frommenstein marschierten sie fröhlich voran und als dieser darauf hinwies, dass sie vom schmalen Weg abgekommen und demnach verloren wären, wurde er mit folgender Feststellung von der Kanzel geholt: "Wer auf Christus schaut, ist auf dem schmalen Weg, und kann nicht verloren gehen!"
"It's your life" - diesem Thema des Gottesdienstes folgte Thomas Eggeler, der Chorleiter des EC-Chores, in seiner Predigt. Nachdem er uns viele mögliche Lebensweisen und -ziele beispielhaft aufgezählt hatte, kam er zum wesentlichen Punkt: spätestens der Tod ist jene Mauer, an der unsere weltlichen Lebenskonzepte scheitern und zerbrechen. Wie anders ist jedoch das Angebot Gottes: er schenkt uns in Jesus Christus eine Einladung zum Leben, das schon hier, in in unserem Alltag beginnt, und über den Tod hinausreicht. Leben, das sich wirklich lohnt, von Gruppenzwang und falschen Illusionen befreit und von der Liebe unseres Vaters im Himmel getragen ist. Mit einer wunderschönen Meditation endete diese beeindruckende und besonders für junge Menschen wegweisende Predigt.
Über die Musik des EC-Chors viel zu schreiben, ist nicht möglich: man muss die jungen Leute erlebt haben, um zu verstehen, welche Begeisterung und Freude der Glaube in den Gesang und das Musizieren junger Menschen legen kann. Die homepage des EC-Chors: http://www.cmv.or.at/ec-chor/index.html
Nach dem Gottesdienst gab es, wie schon im Vorjahr dank des Einsatzes von Carmen Kreuter, Inge Freund, Mirjam und Lydia Rießer Brötchen und einen (selbstverständlich alkoholfreien) Punsch. Die Bilder zu diesem Gottsdienst finden sich wie immer in der Rubrik "Bilder".