EJ-Tagung "Grenzenlos" 2011

 

Wie respektvoll gehen wir miteinander um? Ist respektvoller Umgang lernbar? Wo bin ich grenzenlos und wo setze ich unbewusst Grenzen? Diesem Thema widmete sich die heurige EJ-Tagung welche allen, die sich am Freitag den 04.11.2011 nach Bad Goisern aufgemacht hatten (darunter auch Mitarbeiter unserer Gemeinde), wohl in besonders schöner Erinnerung bleiben wird.

Am ersten Abend wurde uns schon beim Einstieg in das Thema „Grenzenlos“ immer mehr bewusst, wie unterschiedlich bzw. wie gleich wir uns in gewissen Punkten doch sind. Wir stellten uns die Frage, wer sind wir überhaupt: Wo passen wir uns unserem Umfeld an und wo sind wir anders und stechen aus der Menge heraus. Abschließend warfen wir dann noch gemeinsam mit Oberkirchenrätin Hannelore Reiner und Patrick T. einen kleinen Blick in das Buch Ruth. Eine Frau, die selbst Grenzen überschritt und vielen von uns als eine der mutigsten und loyalsten Frauen der Bibel bekannt ist.

Natürlich kann kein Abend zu Ende gehen ohne vorher noch versorgt mit Keksen und Getränken in gemütlicher Atmosphäre und bei tollen Gesprächen zusammen zu sitzen. Und welcher Ort würde sich dafür wohl besser eignen als das „Café Grenzenlos“.

Samstag Vormittag begrüßten wir mit großer Freude unsere beiden Referenten Herrn Mag. Dieter Schindlauer und Frau Mag. Karin Bischof, die die Seminareinheiten leiteten. Gespannt darauf, wie das Programm wohl aussehen mag, wurden wir gleich zu Beginn unserer Identität entzogen um dem Thema Vielfältigkeit, mit neuer Identitätszuweisung durch Aufkleber, besser ins Auge blicken zu können. Verblüfft stellten wir fest, wie sehr wir unser Verhalten einer Person gegenüber ändern, wenn sich bei dieser nur die Hautfarbe, Nationalität oder das Alter ändert. Nach einer kleinen Pause erzählten uns unsere Referenten von der neuesten amerikanischen Studie, welche ergab, dass 90 % aller Häftlinge, den rechten Daumen beim Hände falten oben haben und 90 % aller Manager den linken Daumen. Schockiert mussten wir nun feststellen, dass laut dieser Studie, auch die Hälfte unserer Seminarteilnehmer aufgrund von „Rechtsdäumligkeit“ kriminell sein müsste. Glücklicherweise klärten uns Herr Schindlauer und Frau Bischof über die von ihnen frei erfundene und somit irrelevante „Daumen-Studie“ auf und beruhigten die „Linksdäumler“ nicht von Gesetzlosen umgeben zu sein. Ihr Ziel verfehlten sie mit dieser Übung jedoch nicht, da sie uns sehr anschaulich demonstrierten, wie schnell man eine Gruppe von Personen mit erfundenen Daten und entsprechender Überzeugungskraft zum Außenseiter machen kann. Nach einer ausgiebigen Mittagspause fuhren wir mit dem Nachmittagsprogramm fort. In Kleingruppen wurde uns die Aufgabe gestellt Gründe dafür zu finden, warum eine Mehrheit zugunsten einer Minderheit auf Vorteile verzichten sollte. Es war interessant dieses Thema zusammen mit den Gruppenkollegen zu diskutieren und später die unterschiedlichen Ergebnisse mit den anderen im Plenum genauer zu betrachten. Zwischen den Seminarstunden gab es natürlich auch erholsame Pausen und zum Einstieg immer erfrischende, munter machende Spiele welche den Spaß auf der Tagung nicht fehlen ließen. Die Kinderbetreuung übernahmen heuer Töni und Sophie, welche die Kinder während den Seminarzeiten liebevoll betreuten. Den Tag ließen wir dann, wie am Abend davor, gemütlich im Café Grenzenlos ausklingen.

Den Sonntagsgottesdienst feierten wir alle zusammen in der evangelischen Kirche. Die Predigt von Kirsten Kemmer über Toleranz und Vielfalt machte ihn zu etwas ganz Besonderem und für uns zu einem krönenden Abschluss der EJ-Tagung.

Wir haben an diesem Wochenende neue vielfältige Sichtweisen zum Thema Toleranz und Respekt im Miteinander gewonnen. Was unsere Möglichkeiten in einer neuen Art und Weise mit uns und anderen umzugehen erweitert hat.

 

/ Mirjam Rießer/

 
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